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Arthrose

Sie ist die häufigste Gelenkserkrankung, die fast alle Menschen im Lauf ihres Lebens betrifft: Arthrose. Es handelt sich um ein Krankheitsbild, das – nicht zuletzt mit dem Alter – infolge von Verschleiß bzw. Abnutzung der Gelenke auftritt. Gelenke bilden die Bindeglieder zwischen den Knochen und sorgen in Zusammenarbeit mit den Muskeln dafür, dass wir beweglich sind. Zwischen den Knochen liegt eine Knorpelschicht, die elastisch ist und sich verformen kann, ihre Funktion ist es, Stöße, Ziehen und Druck aufzufangen. Sie bildet eine ideale Gleitfläche und wird über die Gelenkflüssigkeit mit den notwendigen Nährstoffen versorgt. Bei Druck entweicht diese Flüssigkeit, wenn der Druck nachlässt, saugt sich der Knorpel wie ein Schwamm wieder mit Flüssigkeit voll. Deswegen ist entsprechender, regelmäßiger Druck, d.h. regelmäßige körperliche Bewegung, wesentlich für die Nährstoffversorgung des Knorpels. Durch altersbedingten Elastizitätsverlust, Überbelastung, Fehlstellung der Gelenke oder auch Verletzungen wird die Knorpelschicht zu sehr abgerieben und dünner, sie kann ihre Dämpfungsfunktion nicht mehr erfüllen und im schlimmsten Fall reiben die Knochen ohne Puffer aufeinander. Auch eine Veränderung der Knochen durch Osteoporose (Knochenschwund) kann Arthrose zur Folge haben. Für die Überbelastung ist nicht nur eine wiederkehrende monotone Bewegung verantwortlich, auch Übergewicht zählt zu den Faktoren, die die Gelenke über die Maße belasten.
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© Klaus Eppele - Fotolia.com

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Bei „primärer Arthrose” liegt eine Knorpelschwäche, oft aus unbekannten Gründen, vor. Von „sekundärer Arthrose” spricht man bei Arthrose die auf eine Gelenkentzündung (Arthritis), Unfälle oder Fehlbelastung folgt, von „aktivierter Arthrose”, wenn es zu einer Erguss-Bildung aufgrund der Überlastung kommt. In letzterem Fall schmerzen die Gelenke bei Druckausübung, die Stellen sind gerötet und überhitzt oder geschwollen. Alle Gelenke in unserem Körper können von Arthrose betroffen sein. Am häufigsten kommt sie im stark beanspruchten Knie- (Gonarthrose) und im Hüftgelenk (Coxarthrose) vor, aber auch in den Sprunggelenken, in der unteren Wirbelsäule sowie in den End- und Mittelgelenken der Finger.

Die Betroffenen verspüren anfangs ein unbestimmtes Spannungsgefühl oder Schmerzen am Beginn einer Bewegung oder bei Belastung. Diese können phasenweise wiederkehren oder auch dauerhaft werden. Oft treten Ermüdungsschmerzen auf, d.h. die Schmerzen nehmen nach längerer Belastung zu, sowie ein Hitzegefühl bei Belastung und ein Schwellungsgefühl ohne sichtbare Schwellung. Kaltes, feuchtes Wetter kann zur Verschlechterung des Zustands beitragen. Auch Muskelschmerzen sind die Folge, da die Betroffenen versuchen, das Gelenk zu schonen und dabei die Muskeln anspannen. Gelenkergüsse und Gelenkgeräusche zählen zu den weiteren Symptomen. Die Bewegungsmöglichkeiten werden zunehmend eingeschränkt. Bei der Hüftgelenksarthrose schreitet die Krankheit langsam fort und tritt besonders mit zunehmendem Alter auf. Zu den Ursachen können aber auch eine angeborene Fehlhaltung, die im Säuglingsalter nicht durch Spreizhöschen korrigiert wurde, oder ungleich lange Beine gehören. Auch Übergewicht zählt zu den Faktoren, die das Hüftgelenk besonders belasten können. Die Schmerzen machen sich anfangs, besonders am Morgen, in der Hüfte, unter Umständen aber auch in den Knien bemerkbar. Die Schmerzen können auch in die Leistengegend, ins Gesäß, in die Oberschenkel und Kniegelenke ausstrahlen. Das führt dazu, dass diese Form der Arthrose manchmal mit „Ischias” verwechselt wird. Weiters kommt es zu Einschränkungen beim Gehen.
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Der Krankheitsverlauf kennt verschiedene Phasen: anfangs dünnt die Knorpelschicht aus, dann greift die Erkrankung auf das Bindegewebe über, der Körper versucht den Knorpelschwund durch Granulationsgewebe und minderwertigen Faserknorpel zu ersetzen, eine Geröllzyste kann entstehen. Zuletzt verändert sich der Knochen selbst: Durch Bildung von Randwülsten am Knochen versucht der Körper, den Druck auf dem Gelenk abzufangen. Das Gelenk verformt sich, die Muskeln bilden sich zurück und es kommt zu einer Fehlstellung des Gelenks. Vor allem bei den Fingern kann es zu einer auffälligen Verdickung durch Knochenanlagerung kommen.

Die Ursachen für Arthrose sind verschieden. Wie erwähnt kann Arthrose infolge von Verletzungen, Entzündungen oder Überlastung auftreten, aber auch hormonelle, neurologische, genetische und medikamentöse Gründe bestehen. Mit zunehmendem Alter wächst das Risiko, an Arthrose zu erkranken. Aber nicht bei jedem äußert sich Arthrose mit diesen Symptomen. Es können auch gar keine Symptome auftreten. Es gibt Menschen, bei denen Arthrose nachweisbar ist und die an keiner dieser Beschwerden leiden.

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Die Schäden durch Arthrose bzw. der Verschleiß selbst lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Leider wird eine Therapie aber meist erst dann begonnen, wenn die Schmerzen wirklich stark sind. Dann aber ist meistens schon eine deutliche Gelenksveränderung eingetreten und aus den Muskelverspannungen der Anfangsphase haben sich Muskelhärten gebildet. In dieser Phase kommt es oft auch zu einer Verkürzung der Muskulatur, was im Spätstadium von Arthrose sogar zu Schmerzen in Ruhestellung führt.

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Bei der Therapie wird daher vor allem versucht, die Schmerzen zu reduzieren und die weitere Veränderung des Gelenks und damit weitere Bewegungseinschränkungen zu unterbinden. Auch sollte die Therapie auf eine Balance zwischen Schonung und dennoch regelmäßiger Bewegung achten. Der betroffene Knorpel muss schließlich weiter mit Nährstoffen versorgt werden, und Voraussetzung dafür ist die Bewegung des Gelenks. Auch sollte die Muskulatur, die das Gelenk führt, gestärkt werden, damit sie das Gelenk besser stützen kann. Das ist bei Bewegungseinschränkung aufgrund der Schmerzen nicht leicht, weshalb hier EMS – Elektrische Muskelstimulation als gezieltes Trainieren und Kräftigen bestimmter Muskeln besonders gut zum Einsatz kommt. In ganz schweren Fällen gibt es die Möglichkeit eines künstlichen Gelenkersatzes. Um die muskulären Defizite auszugleichen ist Muskelaufbau wichtig. Sowohl bei Hüftgelenksarthrose als auch – nach Rücksprache mit dem Arzt – bei künstlichen Gelenken wird zum Beispiel mit einem TENS-Gerät eine Schmerzlinderung und Tonusminderung verspannter Muskulatur erreicht. TENS steht für Transkutane elektrische Nervenstimulation. Es handelt sich um eine wissenschaftlich anerkannte Methode der Reizstromtherapie. Stromimpulse mit einer bestimmten niedrigen Frequenz reizen dabei schmerz- und nebenwirkungsfrei bestimmte Nervenfasern und sorgen für eine Überdeckung der Schmerzempfindung bzw. Blockade der Schmerzinformationsübertragung an das Gehirn. Es braucht dazu nicht mehr als das kleine, handliche TENS-Gerät und die passende Elektrodenverbindung. Somit kann die TENS-Schmerztherapie nach anfänglicher Einweisung auch von den Betroffenen selbst im Heimgebrauch durchgeführt werden. Über das genaue Anbringen der Elektroden an den jeweiligen Punkten informieren der Arzt und auch das Handbuch. Im Fall von Arthrose werden meist zwei lange schmale Elektroden aufgelegt. Die Behandlung sollte auf 2 bis 10 Hz eingestellt werden, da dadurch auch die erwünschte Muskelkontraktion erzielt wird. Bei Kniegelenks-Arthrose können vier kleinere Pads verwendet werden, die rund um den Schmerzort, zum Beispiel die Kniescheibe, platziert werden. Nach mehreren Behandlungen ist ein Wechsel dieser Position sinnvoll.


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